Liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Familienangehörige, liebe Freunde des THW Berlin-Tempelhof-Schöneberg.
Das THW-Jahr 2009 neigt sich seinem Ende zu und in der Regel gibt es in der gegenwärtigen Weihnachtszeit tausend schöne Termine in der eigenen Familie.
Der gegenwärtige Dienst in unserem Ortsverband ruht – die Bereitschaft, auch über die Festtage hinweg anderen Menschen in Not zu helfen, bleibt bestehen.
Besinnliche Momente erlauben ein Durchatmen, ein zur Ruhe kommen und einen Rückblick auf ein turbulentes THW-Jahr.
Eine gute Gelegenheit, auch mal den Angehörigen und Freunden, die vielleicht nicht den ständigen Einblick in unser THW-Leben haben, etwas von der eigenen ehrenamtlichen Arbeit zu vermitteln.
Ich selber habe unser auslaufendes Jahr in einer ruhigen Minute Revue passieren lassen und musste feststellen, dass einem zunehmend mehr Aktionen und Helferaktivitäten einfallen, je länger man darüber nachdenkt.
Dies passt auch ganz gut zu dem Eindruck, den ich durch unsere Statistik erhielt. Rund 22.000 ehrenamtliche Dienststunden und rund 6.500 Stunden in der Jugendarbeit wurden erfasst.
Eine beachtliche Leistung, wenn man sich vorstellt, dass ein reguläres Arbeitsjahr ca. 1.600 Arbeitsstunden umfasst.
So ein Weihnachtsgrußwort ist eine gute Gelegenheit mal das auszusprechen, was sonst wegen der Vielzahl der Veranstaltungen nicht genügend Raum zur Würdigung erhält.
Es sind Dinge, wie die hervorragende montägliche kostengünstige Warmverpflegung, wie die Unterstützung der Jugendgruppe beim Jugendcontainerausbau durch die 1. Bergungsgruppe und die FG Infrastruktur, wie die Malerarbeiten in der Damenumkleide, die Aufräumarbeiten im Schirrmeisterraum und auf dem OV-Geländer vor unserem großen Tag der offenen Tür, der Start des OV-Film-Projekts und die Erstellung des OV-Internetauftritts, das besondere Engagement unserer Helfersprecher, die unzähligen Fahrzeug- und Technikreparaturen durch die Helfer und ohne die kostenintensive Hilfe der Werkstatt, sowie die nicht enden wollende Elektroprüfung und Verwaltungsarbeit und die sich immer wieder wiederholenden Begehungen der Unterkunft mit Bima, Baufirmen, Unfallkasse und dem Arbeitsmedizinischem Dienst.
All dies wurde mit großem Engagement jeder einzelnen Helferin und jedes einzelnen Helfers angegangen und erfolgreich geschafft.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir in all diesen Fällen das beständige Engagement aller Aktiven über das gesamte Jahr hinweg.
Zusätzlich zu den wöchentlichen Ausbildungen fielen mir eine ganze Reihe von besonderen Projekten und Ausbildungsveranstaltungen ein.
So hatte die FG I gerade noch rechtzeitig im Dezember 2008 einen 2-Achs-Anhänger in eigener Regie komplett saniert und ein „30-jähriges-Neufahrzeug“ in Dienst gestellt. Im Sommer 2009 konnte sie dann bereits an unserem Tag der offenen Tür ein mobiles Duschzelt offiziell präsentieren, bei welchem auch die Warmwasseraufbereitung komplett in eigener Verantwortung realisiert war.
Im Bereich der Ausbildung zu Motorsägenführern nahm unser Ortsverband eine Vorreiterrolle im gesamten THW ein, was auch hier wieder auf das besondere Engagement einzelner Ausbilder zurückzuführen ist.
Spezialisten unseres OV stellten auch im auslaufenden Jahr wieder eine überaus herausragende Ausbildung in den Bereichen Atemschutz und Erste Hilfe sicher. Besonders bleibend ist mir die gute Ausbildung im Bereich der Grundausbildung (Basis I) in Erinnerung.
Es sind die Vielzahl an kleinen und großen Ausbildungsveranstaltungen die viel von den einzelnen Helfern bei der Vorbereitung fordern, um dann ein rundes Ergebnis für die Erreichung unseres Jahresausbildungsziels zu liefern.
Gelebt werden mit den verschiedenen Übungen auch gleich Partnerschaften, wie z.B. bei der Erdbebenübung im April mit der Organisation @fire, oder bei der Verkehrsunfall- und Gebäudeeinsturz-Übung im August mit der Johanniter Unfallhilfe sowie auch bei der 4. Teilnahme unseres OV an dem JUH-Fieldcamp „Erdbeben in Vermudistan“, im Rahmen der Strategischen Partnerschaft von THW und JUH, sowie auf einer Geschäftsstellenübung in Franken, gemeinsam mit unserem Partner-OV Lauf an der Pegnitz.
Übungen einzelner Gruppen fanden im auslaufenden Jahr in großer Regelmäßigkeit und in größerer Zahl statt, wobei die gemeinsame Übung mehrerer Fachgruppen Infrastruktur im September eine neue Qualität der Ausbildung ermöglichte.
Unsere jährliche Vollübung führte uns im Jahr 2009 auf den Flughafen Brandenburg. Auch in diesem Jahr waren die Vorbereitungen des Vorbereitungsteams, bestehend aus Helfern des Zugtrupps und des OV-Stabs, erheblich. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, das Fernsehen Brandenburg Stadt berichtete und bei mir blieb der Eindruck von Professionalität meiner Helferinnen und Helfer zurück. Die Rechnung, fruchtbare Kontakte zu anderen (THW-)Einheiten durch jährlich wechselnde Veranstaltungsorte unserer OV-Übung aufzubauen, geht aus meiner Sicht nach nunmehr mehreren Jahren auf. Damit ist der OV Berlin-Tempelhof-Schöneberg zunehmend besser gerüstet für mögliche Großeinsätze, wie z.B. längere Hochwasserlagen an Oder und Elbe.
Die längste Partnerschaft unseres OV wurde in diesem Jahr übrigens 40 Jahre alt – die Partnerschaft zum THW Ortsverband Hünfeld in Hessen.
Ob einzelne Helfer, Teileinheiten, Technischer Zug oder OV-Stab – auch in diesem Jahr musste sich unser OV den Realitäten stellen und zeigen, dass die intensive Ausbildung in realen Einsatzsituationen greift.
Einsätze wie die Sprengung des Telekom-Turms (358m) in Berlin-Frohnau, der Sturmeinsatz im Juni, der Schwertransport einer historischen Straßenbahn in Teltow, der Großbrand in einer Recycling-Anlage an der Prenzlauer-Promenade, die Amtshilfe bei der Sicherung der Außenanlagen des Flughafen Tempelhofs durch Beleuchtung und Führung von insgesamt 8 THW-Ortsverbänden, der Einsatz nach Explosion eines Hauses in Teltow, der Lichtenrader Lichtermarkt, die vielen Einsätze bei Feuerwehrbereitschaften, aber auch solche, wie unser, gemeinsam mit unserem Nachbar-OV Steglitz-Zehlendorf, durchgeführte große Tag der offenen Tür forderten allen Aktiven alles ab und immer wieder kam es neben der Arbeit der Gruppe auch besonders auf den einzelnen Helfer oder die einzelne Helferin an.
Der für mich merkwürdigste Einsatz war jedoch ein kurzfristig angesetzter Pumpeinsatz an der Grenze von Teltow und Tempelhof-Schöneberg, bei dem ich an einer Einweihung eines Denkmals zur Grenzöffnung vor 20 Jahren teilnahm, während regelrecht unter mir in einem Kanal die Helfer meines Ortsverbandes einen Pumpeinsatz erfolgreich bewältigten.
Ich glaube, dass diese Eindrücke aus unserem auslaufenden THW-Jahr 2009 ganz gut vermitteln, wie viel Engagement vieler Helferinnen und Helfer notwendig war, um diese vielen Ergebnisse in der gezeigten Qualität zu liefern. Ich glaube auch, dass erst so sichtbar wird, wie entscheidend für uns und das THW allgemein eine funktionierende Teamarbeit ist und damit erst erfolgreiche humanitäre ehrenamtliche Arbeit möglich macht. Dass das Logo des THW ein Zahnrad ist, beschreibt also nicht nur die technische Orientierung unserer Arbeit sondern auch das ‚Wie’.
Ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei meinem Stellvertreter für die aufopferungsvolle hervorragende Zusammenarbeit im Jahr 2009.
Ich wünsche allen Kameradinnen und Kameraden des OV Berlin-Tempelhof-Schöneberg besinnliche und kräftigende Stunden zur Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das neue THW-Jahr 2010.
Oliver Schultz
THW-Ortsbeauftragter
für Berlin-Tempelhof-Schöneberg
25.12.2009